7 Wochen ohne..........

Die Tradition: Vierzig Tage (ohne Sonntage) sind es von Aschermittwoch bis Karsamstag.

 

Ein Zeitraum, der uns aus der Bibel bekannt ist: Gott redet mit Mose auf dem Berg Sinai, Elia läuft zum Berg Horeb, Jesus bleibt in der Wüste.Und alle essen sie nichts während dieser vierzig Tage.

 

Auch aus der Perspektive der Kinder kann Fastenzeit real erlebt werden - wenn wir ihnen Beispiele aus ihrem Lebensbereich geben. Gemeinsam haben wir im Team überlegt, was das Fasten, der Verzicht bewirken soll. Denn die Auswirkungen sind wichtiger als das 'Fasten' selbst.

Und wir haben uns dafür entschieden, das die Fastenzeit als Spielzeugfreie Zeit im Kindergarten gelebt wird.

Das Projekt „spielzeugfreie Zeit im Kindergarten“ wird durch alle Gruppen in unseren Häusern in Netra und Datterode begleitet. Im Zeitraum 01.03. – 12.04.2017 werden wir unseren Alltag ganz ohne die üblichen Spielzeuge und Beschäftigungsmaterialien gestalten. 

Das Konzept "Spielzeugfreie Zeit im Kindergarten" ist nicht neu und bereits seit über 10 Jahre versucht dieses Projekt als Präventionskonzept den Gefahren der Sucht vorzubeugen. 

 

Es versteht sich als Methode, die Kindern die Möglichkeit geben soll, diejenigen Schutzfaktoren positiv zu beeinflussen, die einer Suchtgefährdung entgegenstehen. Dabei wird davon ausgegangen, dass die zunehmend vorstrukturierte und vorgeplante Freizeit und die Welt der Konsumgüter das Suchtverhalten fördern. Demgegenüber sollen Freiräume und Spielräume geschaffen werden, in denen Kinder andere Erfahrungen als die in einer lückenlos verplanten und mit Konsumgütern und Freizeitangeboten vollgestellten Kindheit machen können. Ebenso müssen dabei auch, Freiräume für das Scheitern, Frustrationen und die daraus entstehenden Alternativen und Lernprozesse hergestellt werden.

 

Eine spielzeugfreie Zeit im Kindergarten ist ein pädagogischer Ansatz, Kindern neue, heute ungewohnte Spiel- und Erfahrungsräume zu öffnen.

Ziel des Projektes ist es u.a., dass sich das Spielverhalten der Kinder grundlegend ändern soll. Kinder sollten die Grundidee des Spielens aus einer völlig veränderten Perspektive wieder erlernen und somit Freude am Spiel und miteinander Tun erleben. Sie sollen etwas Neues aus sich selbst heraus schaffen. Auch schöpferische und phantasievolle Kreativität stehen im Vordergrund. Natürlich zielt eine solche Förderung auch auf die Stärkung des Individuums und des Selbstvertrauens der Kinder ab. 

Spielen ist eine Lernerfahrung. Durch unser Projekt sollen den Kindern diese nicht genommen, sondern sie sollte inhaltlich vertieft und verändert werden. Durch den Umgang mit Natur- und Alltagsmaterialien können sie ihre Sinne neu entdecken und entfalten.

 

Diese Thematik und das sich nun anschliessende Projekt wurde im Vorfeld mit allen betreffenden Erziehern beschlossen und vorbereitet.

Gemeinsam mit den Kindern wird dieses Projekt nun in den kommenden Tagen vorbereitet, besprochen und geplant. Um auch die Eltern in unsere Arbeit einzubeziehen, werden diese im Laufe des Projektes zu einem Themennachmittag eingeladen. Hier werden wir noch einmal über Ziele und Inhalte des Projektes informieren und erste Produkte und Erfahrungswelten vorstellen. Ausserdem werden Sie durch intensive Dokumentationen über den Verlauf des Projektes beteiligt und durch Elternaktionen können Sie an dem Projekt teilhaben.